Reederei Norden-Frisia und Hochschule Osnabrück erforschen bi-direktionales Laden

Inselversorgung soll noch nachhaltiger werden

Bereits 2025 hat die AG Reederei Norden-Frisia mit dem Elektrokatamaran Frisia E-1 (E-Kat) das erste rein elektrisch betriebene Seeschiff unter deutscher Flagge in Betrieb genommen. Der E-Kat fährt seitdem bis zu achtmal täglich CO2 frei zwischen Norddeich und Norderney. Dabei wird der E-Kat mit einem möglichst hohen Anteil an von der Reederei selbst erzeugten, erneuerbaren Energien betrieben. Um diesen Anteil weiter zu erhöhen, ist nun gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück ein Projekt zur bi-direktionalen Integration von Elektrofahrzeugen (BIDI-EL) in das Energiemanagement des E-Kat gestartet.

 

Technischer Ansatz ist ein so genanntes Vehicle-to-Grid-System (V2G). „Die Batterien der Autos, die unsere Ladestationen auf den Parkplätzen in Norddeich nutzen, könnten als Zwischenspeicher in die Beladung des E-Kats eingebunden werden“, erläutert Olaf Weddermann, Prokurist der Reederei Norden-Frisia.

 

„Durch die Nutzung von Fahrzeugen als dezentrale Energiespeicher wird der Anteil regenerativer Energie maximiert und das Netz entlastet. Gleichzeitig werden die Fahrzeugbatterien in einer Art Wellness-Betrieb gehalten“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer von der Hochschule Osnabrück.

 

„Die Voraussetzungen für das Forschungsprojekt in Norddeich sind sehr gut“, sagt Weddermann. Auf dem Gelände der Reederei seien bereits 242 Ladepunkte für Elektroautos, mit Photovoltaikanlagen überdachte Carports mit einer Leistung von 1.600 Kilowattpeak, eine Freiflächenanlage mit einer Leistung von 608 Kilowattpeak und ein Batteriespeicher installiert. „Den vorhandenen Speicher könnten wir künftig um die Batterien der bei uns parkenden Elektrofahrzeuge erweitern und so den Anteil regenerativer Energien an unseren Transportleistungen weiter erhöhen“, so Weddermann.

 

„Unser Ziel ist ein geschlossenes System aus Energieerzeugung, - speicherung und -verbrauch“, sagt Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann. Die Kombination von E-Fähre und bi-direktionalem Laden für Elektrofahrzeuge könne ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.

 

„Mit diesem Gemeinschaftsprojekt verfolgen wir ein klares Ziel: Wir wollen die ostfriesischen Inselfähren unabhängig von fossilen Brennstoffen machen, Elektromobilität bezahlbarer gestalten und gleichzeitig das regionale Stromnetz entlasten“, erklärt Prof. Dr. Kai-Michael Griese von der Hochschule Osnabrück.

 

Das Projekt „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“ (BIDI-EL) wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und läuft bis Januar 2027.